Silvia Maria Spieß

Ich:
Papier: Dieses Material mit seiner Formbarkeit und Transparenz, mit seiner langen Geschichte und seiner ureigenen Schöpfung steht am Anfang meiner Arbeit. Papier steht auch im Zentrum meiner Ausbildung als Künstlerin an der Schule für Darstellende Künste. Papier konzentriert und provoziert meine Fähigkeiten und sichert meine Existenz. Papier herzustellen, war schon der Beruf meines Vaters.

 

Es:
Handgeschöpftes Papier mit eingearbeiteten Pflanzenteilen arbeitet mit der Natur. Damit unterscheidet sich die Arbeit von der Malerei nach der Natur. Die Methode natürliche Materialien weitgehend in ihrem Zustand zu belassen bzw. sie aus ihrem Kreislauf zu entnehmen und zu Neuem zu gestalten, ist der Auftrag in meiner Arbeit. Meine Leitidee. Dabei entsteht eine immer wieder auch von Betrachtern empfundene Materialverzauberung: Die Symbiose aus Papier und Pflanze, eigentlich nur zwei unterschiedliche Entstehungsphasen.

 

Du:
Diese Intention setzt sich in meinen neueren Arbeiten, den passiven Lichtobjekten, fort, indem ich die Symbiosen aus diesen beiden Archetypen Papier und Pflanze zwischen durchsichtige Träger lege. Sie lassen durch Licht wiederum neue noch dichtere Motive entstehen. Denn diese Leuchtsymbiosen setzen Verborgenes aus den inneren Strukturen von Papier und Pflanzen frei. Es entstehen so Objekte, die als Leuchtquelle zu Interpretation einladen und zur Betrachtung einer ganz unbekannten Naturnähe.

 

Das:
Mein Bestreben ist es, die Genese von Papier über Licht als Energie für Pflanzenwachstum bis hin zum Urmaterial Faser als Mystik zu gestalten. Durch diesen Zauber zu verzaubern. Und dabei über eine filigrane Vielfalt zu verfügen, die unerschöpflich ist in Struktur, Formgebung, Anwendung und Anmutung.